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Neue Welten entdecken? Ab in den Rollstuhl!

Es ist Sonntag, 7.20 Uhr. Noch zwei Stunden und 40 Minuten, dann ist es wieder so weit: Rollstuhl-Tennis ist angesagt hier bei mir auf der Tennis-RANCH! Für mich ist jede Rollitennis-Stunde, die ich geben darf, eine Feierstunde. Warum das so ist, das will ich euch gerne im Folgenden näher bringen. Vielleicht gelingt es mir, meine Begeisterung für den Behindertensport zu transportieren und euch für dieses Thema zu sensibilisieren. Rollstuhl-Tennis ist Faszination und nur für denjenigen wirklich zu greifen, der es selber einmal ausprobiert oder sich als Trainer bereits mit Rollstuhlfahrern beschäftigt hat. Wer glaubt, dass er nach wohlmöglich jahrzehntelangem Training mit ‚Fußgängern’ bereits alles als Trainer erlebt hat, der täuscht sich gewaltig. Mir persönlich hat die Arbeit mit den ‚Rollis’ nach knapp 15 Jahren als Vereinstrainer eine völlig neue Welt geöffnet.

Seit knapp fünf Jahren begleite ich nun den Rollstuhl-Tennissport hierzulande, anfangs ausschließlich in meiner Profession als Journalist, seit knapp drei Jahren auch als Trainer. Was ich dabei ‚kassiert’ habe, ist nicht der harte Euro – nein: bei den Stunden, die ich in dieser Zeit leistete und auch heute absolviere, handelt es sich mehr um ein Ehrenamt, um Leidenschaft. Berufung statt Beruf. Was ich bekomme, ist Dankbarkeit seitens der Rollis, die mit jeder Stunde gemeinsamer Arbeit ein Stückweit mehr in das soziale Leben integriert werden. Dass ich hierbei mithelfen darf, macht mich ganz besonders stolz. Auch macht es mich demütig. Ich bin dankbar, wenn ich nach einem weiteren Versuch, das Tennisspiel im Sitzen zu erlernen, wieder aufstehen darf. Demut, Dankbarkeit, Begeisterung und Leidenschaft – vier Attribute, die vielen Tennistrainern heute bei ihrer alltäglichen Arbeit an der Basis fehlen. Alleine diese Erkenntnis ist schon ein Grund dafür, sich dem Rollstuhl-Tennissport zu öffnen. Die Bereitschaft und der Mut, sich selbst als Mensch und Tennislehrer neu kennen zu lernen. Gemeinsam mit meinen Schülern, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Rollstuhl angewiesen sind, werde ich nachher wieder an die Grenzen des Machbaren gehen und einmal mehr werde ich anschließend wieder glücklich und voller Demut den Ballwagen in die Hallenecke schieben. So kann man die Woche guten Gewissens beschließen. In der kommenden Woche ist Nürnberg angesagt, ein ITF-Turnier, wo wir Deutschen schauen werden, wo wir im internationalen Vergleich stehen. Es sind auch Rollstuhlfahrer von der Tennis-RANCH dabei, die noch gar nicht allzu im Stuhl lange dabei sind. Sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen ist schon etwas ganz Besonderes - es macht mich stolz. Sicher werde ich euch auch von diesem Einsatz berichten. Ad personam: Christoph Kellermann ist B-Lizenztrainer des Deutschen Tennis Bundes und ehemaliger Bundestrainer im Deutschen Rollstuhl-Tennis-Verband. Er betreibt mit der Tennis-RANCH in Waltrop-Elmenhorst eine eigene Tennisanlage samt Tennisschule und ist Betreiber des DUNLOP ProDealer-Shops Lobshop.de sowie des Tennisportals Tennisredaktion.de

01.11.2009 - 00:00 Uhr   |   TRAININGS-TIPPS...   |   Shopping...   |   Home...

Der Topspin-Volley aus dem Halbfeld!

Mal ehrlich, wer träumt nicht davon, das Spiel mit einem gezogenen Topspin-Volley schnell machen zu können? Situationen gibt es im Match reichlich, in denen man diesen Schlag, den ich persönlich zu den Spezialschlägen zähle, einsetzen kann. So kann der Topspin-Volley aus dem Hinter- oder Halbfeld als 'Rhythmusbrecher' dienen, wenn der Gegner reihenweise hohe und lange Mondbälle spielt und dich hierdurch nicht nur nach hinten drängen sondern wohlmöglich auch zum Wahnsinn bringen möchte. Aber auch und gerade wenn du dich selbst bereits deutlich im Feld befindest und der Gegner mit einer sehr guten Länge agiert, ist ein offensiv und schnell gespielter Volley oft die einzige Möglichkeit, die Situation zu seinen eigenen Gunsten zu retten. Freiwillig solltest du dich im Ballwechsel nicht nach hinten bewegen.

Was ist zu beachten, um einen erfolgreichen, offensiven Topspin-Volley zu setzen? Nun, zunächst einmal bedarf es einer gewissen Portion Mut und Selbstvertrauen, diesen Schlag überhaupt in Erwägung zu ziehen. Agierst du halbherzig oder gar mutlos ist dieses Unterfangen bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Du musst auf die Gelegenheit, den Ball auch aus dem hinteren Bereich des Feldes aus der Luft zu nehmen, regelrecht lauern. Der Gegner muss wissen, dass er von dir gnadenlos bestraft wird, wenn er den Ball zwar lang, aber mit wenig Druck über die Mitte spielt. Das wird ihn zusätzlich unter Druck setzen und zu Fehlern verleiten. Zur Technik: Achte darauf, dass du dich nicht kerzengerade an den Ball heranbewegst, sondern schon ordentlich auf Vorspannung bist. Leite deine Ausholbewegung rechtzeitig ein und schau dass dein Racket - wie beim normalen Grundschlag auch - in einen tiefen Punkt der Schleife fällt, damit du den Schlägerkopf mit viel Schwung von unten nach vorne oben beschleunigen kannst. Zu den Kardinalfehlern bei diesem Schlag gehört sicherlich, dass der Schläger zu häufig von oben an den Ball geführt wird und der Körper vom Treffpunkt weg rotiert. Deshalb nimm eine extrem seitliche Position ein, und bau dich vernünftig auf! Dreh` dich mit einem perfekten Timing in den Treffmoment hinein. Das Gewicht wird hierbei durch den Treffpunkt hindurch bewegt. So bist du geradewegs auf dem Weg zum Netz und kannst deinem Ball in Schlagrichtung folgen. Mit einem Topspin-Volley machst du das Spiel schnell und lässt deinem Gegner, sofern du deinen Ball auch noch vernünftig platzieren kannst, kaum Zeit, sich wieder in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Ein erstklassiger Topspin-Volley ist für den Gegner kaum zu 'saven'. Rücke aber unbedingt vor, denn spätestens wenn dein Topspin-Volley dir noch nicht den direkten Punkt gebracht hat, musst du den nächsten Ball vorn` am Netz noch abräumen. Nimm diesen Schlag dann aber nicht auf die leichte Schulter! Spiel` den Punkt unbedingt zu Ende! Ad personam: Christoph Kellermann ist B-Lizenztrainer des Deutschen Tennis Bundes und ehemaliger Bundestrainer im Deutschen Rollstuhl-Tennis-Verband. Er betreibt mit der Tennis-RANCH in Waltrop-Elmenhorst eine eigene Tennisanlage samt Tennisschule und ist Betreiber des DUNLOP ProDealer-Shops Lobshop.de sowie des Tennisportals Tennisredaktion.de

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Aufschlagvariationen unverzichtbar!

Der Aufschlag gehört nicht ohne Grund zu den wichtigsten Schlägen im Tennis, wenn es nicht sogar der wichtigste ist. Mit dem Service hast du die einmalige Gelegenheit, ohne direkten Einfluss durch den Gegner zu agieren. Ist der Ball erst einmal im Spiel, ist dies bekanntlich nicht mehr der Fall. Tipp Nummer eins muss daher auf jeden Fall lauten: Ruhe bewahren, Zeit lassen und entspannt vorbereiten! Gewöhne dir feste Rituale an! Zeitdruck liefert der anschließende Ballwechsel wahrscheinlich sowieso.

Nutze die Chance, einen ruhenden Ball zu spielen aus und stell` den Gegner mit deinem Service, sprich: bei dessen Return, vor eine entsprechende Herausforderung. Dies kann mittels eines harten Kanonenaufschlags geschehen, doch Vorsicht: spielst du immer dieselbe Variante, stellt sich der Gegner irgendwann ganz sicher darauf ein, da kannst du noch so hart servieren. ‚Variation’ heißt also die Zauberformel. Mal ‚gerade durch den Körper des Gegenübers’, mal mit Kick über die Rückhand, mal raffiniert mit Slice nach außen. Selbstverständlich erfordert es einige Trainings-Lektionen, um alle drei Aufschlagvariationen sicher auf die Kette zu bekommen, aber der Trainingsfleiß wird sich auszahlen. Der Returnierer jedenfalls darf sich auf keinen deiner Aufschläge mittelfristig einstellen können. Welche Aufschlagvariante du wählst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So z.B. auch von der Platzbeschaffenheit. Ein Slice-Aufschlag ist beispielsweise auf Teppichboden besonders effektiv, weil der Belag den Drall perfekt annimmt. Abschließend ein besonderer Tipp: serviere ruhig mal einen zweiten Aufschlag als ersten! Der Gegner, der in der Regel bei deinem ersten Aufschlag mit einem ‚Hammer’ rechnet und demzufolge relativ weit hinter der Grundlinie steht, wird verdutzt sein, wenn du ihm plötzlich einfach mal nur einen schönen Kick servierst. Dieser Überraschungseffekt wird dir so manchen leicht erspielten Punkt einbringen! Probiere es aus und spiel dich variabel von Erfolg zu Erfolg. Ad personam: Christoph Kellermann ist B-Lizenztrainer des Deutschen Tennis Bundes und ehemaliger Bundestrainer im Deutschen Rollstuhl-Tennis-Verband. Er betreibt mit der Tennis-RANCH in Waltrop-Elmenhorst eine eigene Tennisanlage samt Tennisschule und ist Betreiber des DUNLOP ProDealer-Shops Lobshop.de sowie des Tennisportals Tennisredaktion.de

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